Papier schreibt Geschichte

  • Erfindung vor rund 2.000 Jahren
  • Träger von Wissen und neuen Gedanken
  • Verändert das Denken der Menschheit
  • Anfangs ein wohl gehütetes Geheimnis
  • Nicht mehr wegzudenken
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  • Die alten Ägypter stellen Papyrus aus der gleichnamigen Papyruspflanze her. Möglichst lange und breite Streifen werden aus den 4-5 Meter hohen Stängeln geschnitten und kreuzweise übereinander gelegt, gepresst und geklopft. Durch den stärkehaltigen Pflanzensaft werden die Streifen zusammengehalten. Der Begriff "Papyrus" stammt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet "Stoff des Pharao".

    Auch der Name "Papier" ist von "Papyrus" abgeleitet. Obwohl die Herstellungsarten unterschiedlich sind.

  • T’sai Lun – Beamter am chinesischen Kaiserhof – fertigt aus Bast vom Maulbeerbaum das erste Papier.

  • Kaiser Gaozong lässt auf Grund eines dramatischen Kupfermangels Geldnoten drucken, um die fehlenden Münzen zu ersetzen.

  • Im Krieg von Chinesen gegen die Araber werden viele chinesische Papiermacher im Gebiet von Turkestan gefangen genommen. So gelangt das Wissen um das Papiermachen zu den Arabern und schließlich auch nach Europa.

  • Die erste Papiermühle Europas wird in Spanien (Xativa – San Felipe) errichtet.

  • Papiermacher aus Fabriano (Italien) stellen erstmalig ein Wasserzeichen her.

  • Ulman Stromer errichtet vor den Toren Nürnbergs die erste deutsche Papiermühle: die Gleismühle.

  • Der Mainzer Johannes Gutenberg setzt als erster Europäer eine Buchseite aus beweglichen Lettern zusammen und revolutioniert damit die Drucktechnik. Die Papiernachfrage steigt gewaltig an und die Papiermacher orientieren sich immer stärker an einer Massenproduktion.

  • Der auf Papier geschriebene Rechenschaftsbericht eines gewissen Christopher Columbus an den Schatzmeister des spanischen Königspaares kündet von der Entdeckung der „Indischen Inseln“. Columbus ist auf einen der Welt bisher unbekannten Kontinent gestoßen: Amerika.

  • Martin Luther nagelt ein Papier mit 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg, in dem er den Ablasshandel kritisiert. Dieses Blatt Papier markiert den Beginn einer theologischen Zeitenwende: der Reformation.

  • Nicolas-Louis Robert entwickelt in Paris die erste Papiermaschine zur maschinellen Herstellung von Papier. Er lässt sich das mechanische Sieb patentieren. Bis dahin wurde Papier per Hand geschöpft.

  • Friedrich Arnold Brockhaus erwirbt auf der Leipziger Buchmesse das unvollständige „Conversationslexikon“ – den Vorläufer des Brockhaus-Lexikons – von Gotthelf Löbel & Christian Wilhelm Franke. Die Erstellung der nachfolgenden drei Auflagen und Erweiterungen dauert von 1812-1819.

  • John Marshall erfindet in Birmingham die Wasserzeichenwalze – auch Maschinenpapier kann nun mit einem Wasserzeichen als Fabrikations- oder Qualitätszeichen versehen werden. 

  • Neuer Rohstoff für die Papierherstellung – der sächsische Weber Friedrich Gottlob Keller stellt mit Hilfe eines rotierenden Schleifsteins einen Faserbrei aus abgeschliffenem Holz her ("Holzschliff"). Um Brüchigkeit zu vermeiden und das Papier langlebiger zu machen, wird der "Holzschliff" mit anderen Rohstoffen vermischt.

  • Den Chemikern Hugh Burgers und Charles Watt gelingt die Herstellung von Zellstoff, indem sie mit Hilfe von Natron und Soda auf chemische Weise Holz in seine Fasern auftrennen.

  • Joseph Cayetty produziert in den USA das erste Papier, das in einer Fabrik speziell als Toilettenpapier hergestellt wird. 1871 wird erstmals Toilettenpapier in Rollenform auf den Markt gebracht.

  • In San Francisco wird die erste Milchtüte aus Papier hergestellt.

  • Experimente mit Löschblättern bringen die Hausfrau Melitta Benz auf die Spur einer bahnbrechenden Erfindung: das Filterpapier.

  • Die Titelseite der New York Times verkündet ein unfassbares Unglück: Beim Untergang der Titanic sterben mehr als 1.500 Menschen.

  • Die Papierindustrie wächst. Die Handarbeit wird zunehmend durch die maschinelle Produktion ersetzt. 1912 werden in Deutschland rund 2 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton produziert. Aufgrund einer ersten modernen Werbe- und Verpackungswirtschaft sowie wachsender kultureller Ansprüche wächst der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland auf 25 Kilogramm pro Jahr.

  • Am 13. Januar erscheint der erste Comic mit Mickey Mouse.

  • Im Potsdamer Abkommen legen die Siegermächte für Deutschland einen Pro-Kopf-Papierverbrauch von 7 kg fest.

  • Die erste Ausgabe der BILD erscheint am 24. Juni 1952 mit einer Gesamtauflage von 250.000 Exemplaren. Vorbild ist die englische Boulevardzeitung "Daily Mirror". Die Erstausgabe hat vier Seiten und wird kostenlos verteilt. Danach kostet das Blatt 10 Pfennige

  • Das erste „Action-Papier“ (Selbstdurchschreibepapier) wird entwickelt und kommt zum Einsatz.

  • Die Titelseiten von Zeitschriften und Zeitungen verkünden den Fall der Mauer und das Ende der Teilung Deutschlands.

  • Die neuen Euro-Banknoten werden an die Bürger der Währungs-Union ausgegeben.

  • Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger wird zum Papst gewählt und nennt sich Benedikt XVI. Traditionell werden nach der Wahl des Papstes die Stimmzettel der Kurie verbrannt.

  • Mittlerweile gibt es weltweit um die 5.200 Papierfabriken

  • Papier wird immer mehr auch zum Hightech-Werkstoff, hier nur ein Beispiel: Durch spezielle Druckverfahren erzeugen Forscher des Max-Planck-Instituts Potsdam leitfähiges Grafit im Papier – Papier wird zum Ausgangsstoff für elektronische Bauteile.

  • Versuch der Reposito GmbH: „Eine Woche ohne Papier – das (vorläufige) Ende der Zettelwirtschaft“. Leben ohne Papier ist möglich, auf Dauer jedoch (noch) ziemlich schwierig, da viele Dinge (z.B. Überweisungen beim Arzt, Verpackungen im Supermarkt etc.) noch mit Papier zu tun haben / nicht auf Papier verzichten (können).

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